Begegnungen mit Otfried Preussler, sinnbildlich und real

Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Kinderbuchautoren, der deutsche Schriftsteller Otfried Preussler (1923-2013), wurde vor 100 Jahren in Liberec geboren. Die ersten 19 Jahre seines Lebens verbrachte er in Liberec, bevor er sich im Jahr 1942 freiwillig an die Ostfront meldete. Ab 1944 verbrachte Preussler fünf Jahre in sowjetischer Kriegsgefangenschaft und ließ sich nach seiner Rückkehr im bayerischen Stephanskirchen bei Rosenheim nieder, wo er als Volksschullehrer arbeitete.

Liberec, der Ort seiner Jugend, besuchte er erst 20 Jahre später, als er bereits ein angesehener Schriftsteller war. Er schrieb mehr als 30 Kinder- und andere Bücher, von denen im Laufe seines Lebens mehr als 50 Millionen Exemplare verkauft und in 55 Sprachen übersetzt wurden.

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Meine erste persönliche Begegnung mit dem Schriftsteller Otfried Preussler fand im Jahr 1977 statt, als das tschechoslowakische Fernsehen den Zeichentrickfilm Der Zauberlehrling (Krabat, 1971) ausstrahlte. Damals, war ich sehr interessiert und begeistert von dieser gruseligen, fast schon horrormäßigen Geschichte. Nicht nur wegen des Geheimnisses der alten Mühle und der Abenteuer der dort arbeitenden Jungen, sondern weil der böse Zaubermeister durch die Liebe des Mädchens und Krabat überwunden wird, so dass am Ende alles gut ausgeht.

Wenig später sah ich gelegentlich den TV-Abendstern, das sind kurze Gute-Nacht-Geschichten, von denen mich auch Die kleine Hexe (1957) und Der kleine Wassermann (1956) begeisterten. Die Märchen, die auf Preusslers Vorlage basieren, wurden von dem Zeichner und Illustrator Zdeněk Smetana adaptiert und von der tschechischen Schauspielerin und Hauptdarstellerin Jiřina Bohdalová in einzigartiger Weise erzählt. Die Geschichten dieser übernatürlichen, aber doch realen Figuren sind auch bis heute noch bei Kindern sehr beliebt.

Dann kam das Jahr 1989. Die revolutionären Veränderungen, die die Freiheit brachten und damit auch Neuauflagen von zuvor zum Schweigen gebrachten Schriftstellern. In dem Zusammenhang erinnerte man sich an den aus Liberec stammenden Otfried Preussler.

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Im Jahr 1995 habe ich die Zeitschrift Isergebirge und Lausitzer Gebirge mitbegründet und diese dann fünf Jahre lang als Chefredakteur geleitet. Nachdem einige Ausgaben erschienen waren, besuchte mich Ervín Šolc in der Redaktion und erzählte mir, dass er mit Preussler befreundet sei und ihm unsere Zeitschrift regelmäßig nach Deutschland geschickt wird. Er gab mir sogar einen Brief von ihm mit, in dem Otfried Preussler seine Freude und Begeisterung darüber zum Ausdruck brachte, dass die Zeitschrift ihn über die Geschichte und Gegenwart seiner alten Heimatregion regelmäßig informiert.

Im Jahr 1996 erschien Preusslers Roman „ Flucht nach Ägypten über das böhmische Königreich“ im Prager Verlag Vyšehrad. Ich kaufte und las sofort das Buch, nicht zuletzt, weil es lokale Informationen aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie und auch wesentliche Details über Preusslers Werk enthält. Der Verlag fragte mich, ob es möglich wäre, eine Rezension des Buches in meiner Zeitschrift zu veröffentlichen. Ich wandte mich also an zwei Literaturkritiker, aber leider war eine der Rezensionen dem Werk und dem Autor gegenüber nicht sehr wohlwollend. Preussler schrieb mir bald darauf, dass die Rezension, die ihm politisches Fehlverhalten vorwarf, bedauere. Zum Glück aber deutete er in den nächsten Sätzen an, darüber hinwegkommen zu können. Im Jahr 1998 veröffentlichte der Verlag Vyšehrad ein weiteres Buch von Preussler. Der Titel; „Mein Buch über das Riesengebirge“ und auch dieses wurde von Ladislav Josef Beran brilliant ins Tschechische übersetzt und von dem einzigartigen Künstler Adolf Born illustriert.

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Später schlug ich Preussler vor, dass wir uns treffen und ein Interview für die Zeitschrift vorbereiten könnten. Er stimmte zu, aber eine schwere Krankheit sowohl des Schriftstellers, als auch seiner Frau Annelies verzögerte das Treffen immer wieder, bis endlich Otfried Preussler im Mai 1999 einen Termin für ein Treffen anbieten konnte.

Wir trafen ihn und seine Frau Annelies am 31. August 1999 symbolisch an der tschechisch-deutschen Grenze, nicht weit von Železná Ruda in Zwissel. Dort lebt auch eine ihrer drei Töchter. Ich fand den berühmten Schriftsteller von Anfang an als sehr sympathisch, bescheiden, hilfsbereit und äußerst freundlich. Er beantwortete meine Fragen sehr sorgfältig und sehr interessiert. Erst im Laufe des Gesprächs erfuhr ich, dass wir beide im selben Stadtteil von Liberec in der Siedlung Králův Háj aufgewachsen waren. Eigentlich nur wenige hundert Meter voneinander entfernt, mit dem Unterschied, dass er vierzig Jahre früher, in einer völlig anderen Raum-Zeit und in einer turbulenten Atmosphäre des Strebens nach einer neuen Weltordnung aufgewachsen war. Otfried Preusser lud uns freundlicher Weise zum Mittagessen und zu einem kleinen Spaziergang durch Zwissel ein. Unser Gespräch bezog sich immer wieder auf seine frühere Heimat und man spürte, dass die Sehnsucht nach seinem Geburtsort und Heimatland ungebrochen war.

Unser Interview wurde in der Novemberausgabe im Jahr 1999 der Zeitschrift "Isergebirge und Lausitzer Gebirge" veröffentlicht und wir geben hier einen Teil davon wieder.

Wir haben die Geschichte nicht gestaltet



Ihre Eltern waren Lehrer, erinnern Sie sich gerne an Ihre Kindheit?

Wir wuchsen mit viel Freiheit auf und wenn die Ferien begannen, sprangen wir aus unseren Schuhen und Strümpfen und liefen halbnackt umher und wurden zu Indianern und Trappern. Auch in der Schule hatten wir Spaß. Natürlich liebten wir nicht alle Lehrer, aber es war eine entspannte Zeit. Wir hatten das österreichische Schulsystem, es war allgemein bekannt, dass alles, was von den Habsburgern kam, schlecht war, aber dieses System hat sich doch durchgesetzt. Mit meinen Eltern und Freunden sind wir viel gewandert, vor allem im Isergebirge; ich kannte es wie meine Westentasche.

Was haben Sie als Kind am liebsten gelesen?

Mein Vater hatte eine große Bibliothek. Ich konnte mir dort alles zum lesen ausleihen. Die Anweisung meines Vaters lautete immer nur das Buch sehr vorsichtig zu behandeln und es dann an seinen Platz zurückzubringen.

Zuerst las ich die Märchen über die Gaukler und dabei lernte ich auch die dramatischen Texte zu verstehen. Die Märchen wurden mir auch selbstverständlich von meiner Großmutter Dora, der Mutter meines Vaters erzählt. Sie kam aus dem tschechischen Dorf Jivina bei Mnichovo Hradiště. Ausser schreiben sammelte mein Vater auch Sagen und oft war ich mit ihm in den Bergen unterwegs. Dort ließ er sich alles erzählen, was ich mir aus meinen Büchern gemerkt habe. An manchen Tagen konnte mein Vater gar nicht aufhören zu schreiben, so engagiert war er. Damals gab es noch keine Tonbandgeräte. So schrieb er in Steno und machte sich sein eigenes Stenogramm, aber am Ende konnte er manchmal seine Schrift nicht ganz entziffern.

Auch ich habe viele Erzählungen geschrieben, eine davon hieß Krabat. Dieses Märchen las ich zum ersten Mal in einer Legendensammlung aus der Lausitz. Schon als kleiner Junge hatte ich mir den Namen gemerkt und ich war gefesselt von der Geschichte, dass jedes Jahr ein Junge in dieser Mühle sterben musste.
Ich kehrte erst nach dem Krieg nach Krabat zurück, als ich aus der Gefangenschaft heimkam.

Sie haben erwähnt, dass Sie nach dem Krieg nach Krabat zurückgekehrt sind.
In der Inventarkiste der tschechischer Bücher befand sich auch ein Buch „Mistr Krabat“ in tschechischer Übersetzung. Ich begann mit der Arbeit an diesem Material und arbeitete zehn Jahre lang nach meinen eigenen Vorstellungen an Krabat. Meine Frau hat mir auch geholfen, denn ich überarbeite viele Manuskripttexte, hatte auch viel unbrauchbares Material und meine Frau hat es dann öffters aus dem Papierkorb geholt und wir sprachen noch ein mal darüber. Auch mein guter Freund Dr. Pleticha aus Varnsdorf hat mich immer wieder gedrängt, das Buch zu beenden. Ich halte mich für einen empirischen Schriftsteller, also habe ich zum Beispiel die Technik der alten Mühle gelernt, wie sie funktioniert. Dann habe ich die Gesetze des Müllers studiert. Es spielt irgendwo in der Nähe von Hoyerswerda und da ich nie in die Lausitz gekommen bin, habe ich mir Militärkarten aus dem alten Preußen bestellt, auf denen jedes Haus verzeichnet war. Ich habe alle Karten bekommen, aber leider nicht die von Hoyerswerda. Ich musste die so genannte „Schwarze Mühle“, in der der Zauberer wohnte, irgendwo ausfindig machen. Da dachte ich mir; sie könnte am „Schwarzen Fluss“ liegen, der dort tatsächlich fließt. So beschloss ich, die Mühle auf den Namen „Schwarzes Wasser“ zu taufen. Später hieß es auch, dass die Mühle ein wenig abseits liegen müsste. Mir kam in den Sinn, dass die Mühle in „Koselbruch“ sein könnte und die sprachliche Assoziation - Bruch auf Deutsch ist vielleicht nicht nur ein Steinbruch, sondern auch ein Gebiet, zum Beispiel ein Sumpfgebiet. Als ich bereits das Buch schrieb und schließlich die fehlende Karte erhielt, war sie tatsächlich dort eingezeichnet, wo ich sie so zusagen erfunden hatte. Damals bekam ich Briefe von Leuten, die dort wohnten und mich fragten, ob wir vielleicht zusammen zur Schule gingen.

Wie erklärt sich der große Erfolg all Ihrer Bücher bei Kindern?
Kinder haben sehr klar definierte Interessen und Beobachtungen, sie mögen interessante und lustige Geschichten. Das gilt bis zu einem gewissen Grad heute noch, auch mit dem Internet und den modernen Medien. Ich schreibe vor allem für Kinder, die sich nach wie vor in diesem magischen Reich der angesprochenen Gedanken befinden, das jedes Kind zwangsläufig erlebt. Sie spielen mit einem Kieselstein der eine kleine Elfe wird, mit einem Stück Holz und das ist vielleicht ihr Kind.... dies ist ein internationales Phänomen. Vielleicht lesen Kinder in Japan, China oder bei den Eskimos auch gerne die gleichen Märchen, weil es ihrer Entwicklunsstufe entspricht und weil sie hier ihre Phantasie, ihre Bilder in einer spielerischen Handlung realisieren können. Ich schreibe Märchen, mit denen das Kind in seiner Phantasie arbeiten kann, deshalb interessiert mich das. Es hat große Schriftsteller gegeben, die für Kinder schreiben wollten, aber sie konnten es nicht, sie kannten die Kinder einfach nicht. Vielleicht sollte man es ernster ausdrücken: Wer für Kinder schreibt, muss sie lieben, muss sein Handwerk verstehen und muss etwas zu sagen haben. Vielleicht ist das das Geheimnis.

Kann man sagen, dass Ihre Bücher viele autobiografische Elemente enthalten?

Ja alle. Allein durch die Tatsache, dass ich sie geschrieben habe. Was nicht direkt aus meiner Autobiografie stammt, kommt aus dem, was in mir drin ist. Viele Elemente sind aus meiner Kindheit und auch aus Liberec, Ještěd, dem Isergebirge...

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Nun, dieses Gespräch war nicht das Ende meines Kontakts mit Otried Preussler und wir blieben weiterhin schriftlich verbunden. Manchmal ließ er auch nur Grüße durch seinen Freund Ervín Šolc aus Liberec ausrichten.

Preussler war seit langem herzkrank, er litt an Diabetes und Übergewicht, aber sein gesunder Geist und sein Optimismus blieben erhalten. Seit 2010 lebte er in einer Seniorenresidenz in Prien am Chiemsee am Ufer dieses wunderschönen Sees, wo er am 18. Februar 2013 verstarb.

Noch vor seinem Tod wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.

Eine Reihe von Preusslers Stücken wurde für Puppentheater und Inszenierungen mit lebenden Schauspielern aufgeführt, auch in Böhmen. Am 28. Februar, nur zehn Tage nach Preusslers Tod, wurde im Nationaltheater Prag das von Jan Kodet choreografierte Ballett "Der Zauberlehrling" uraufgeführt. Die Hauptrolle des Krabat wurde von Ondřej Vinklát, dem Sohn des Autors dieses Artikels, gespielt.

Im darauffolgenden Jahr, am 3. November 2014, bereiteten Ervín Šolc und ich für die Regionale Wissenschaftliche Bibliothek in Liberec ein abendfüllendes Programm über das Leben und Werk von Otfried Preussler vor. Das wurde von der Öffentlichkeit sehr gut angenommen.

Im vergangenen Herbst fand in der Bibliothek in Liberec eine Fachtagung anlässlich des hundertsten Geburtstages des bedeutenden Schriftstellers statt. Mehr über den Spaziergang durch die Orte, die mit Preusslers Lebenszeit in Liberec von 1923 bis 1942 verbunden sind, können Sie noch dem Artikel unten entnehmen.

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Ein Spaziergang durch Liberec, oder wo ist der Schriftsteller Otfried Preussler spazieren gegangen?

Die Mitarbeiter der Wissenschaftlichen Regionalbibliothek Liberec Mgr. Františka Dudková Párysová und Mgr. Marek Sekyra haben anlässlich des 100. Geburtstags von Preussler einen Spaziergang vorbereitet, der die Besucher durch die Orte der Stadt führt, die mit dem berühmten Schriftsteller und Märchenerzähler verbunden sind. Ich möchte Sie jetzt gerne auf den Spaziergang mit seinen Organisatoren mitnehmen.

Wir trafen uns in der Wissenschaftlichen Regionalbibliothek, von wo aus uns Františka und Marek zu einem nahe gelegenen Haus in der Sokolská-Straße 755/47 führten, wo Otfried am 20. Oktober 1923 geboren wurde. Die sympathische Bibliothekarin Františka ergreift das Wort und erzählt uns die familiäre Geschichte.
Vor Otfried wurde ein Mädchen namens Liselotte geboren, das jedoch unmittelbar nach der Geburt im Mai 1922 verstarb. Auf Otfried folgte sein Bruder Wolfhart im Jahr 1927. Von 1921-28 lebte die Familie auch bei der Großmutter Dora, der Mutter des Vaters, erklärt Franziska abschließend.

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Die nächste Station ist die heutige 5. května-Volksschule. Das große Gebäude wurde bereits vor dem Krieg als Schule genutzt und trug den Namen Rudolfschule. "Der kleine Otfried wohnte etwa 700 Meter weit entfernt von der Schule", beginnt Františka ihre Geschichte und fährt fort: "Er kam im Jahr 1929 in die erste Klasse und beendete seine fünfjährige Schulzeit im Jahr 1934. Er soll sehr gut gelernt und keine disziplinarischen Probleme gehabt haben. Dies lässt sich dadurch erklären, dass seine Eltern die örtlichen Lehrer gut kannten, da sie selbst Lehrer waren. Seine Mutter unterrichtete Deutsch, Geografie und Geschichte. Sein Vater arbeitete am benachbarten Lehrerbildungsinstitut, während er sich gleichzeitig der historischen Forschung und der Schriftstellerei widmete", schließt Františka und deutet damit auf den Wechsel an das Gymnasium hin, wo Otfried seine Ausbildung im Jahr 1934-42 fortsetzte.

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Diesmal meldet sich Marek vor dem ehemaligen deutschen Staatsgymnasium in Hálkov 6 zu Wort, wo sich die Technische Universität Liberec befindet. "Otfried besuchte hier das achtjährige Gymnasium. Dort machte er sein Abitur mit Auszeichnung. Gleichzeitig begann er schon während des Studiums mit seinen literarischen Experimenten. Er versuchte sich mit Gedichten und schrieb darüber hinaus einen umstrittenen Roman, in dem eine Gruppe von Jungen aus der Hitlerjugend in einem Erntelager aushelfen. Zwei Tage nach dem Abitur zog er in den Krieg. Er meldete sich freiwillig zum Wehrdienst", erklärt Marek Preusslers seine weitere Lebensgeschichte.

Wir müssen noch den letzten Wohnsitz von Otfried Preussler besuchen. Also fahren wir in einen Stadtteil namens Kristiánov, in die Siedlung Králův Háj, und Františka ergreift das Wort: „ Die damals neue Wohnsiedlung wurde "Schieferdörfl" genannt, weil die Häuser mit Schieferdächern und Schieferwandverkleidungen versehen waren“. Das Haus liegt in der Nähe des Stausees von Liberec, auf dessen linker Seite sich ein Wald befindet und die bewaldeten Hänge des Isergebirges in Sichtweite sind. In dieser Umgebung verbrachte der scharfsinnige und aufgeweckte elfjährige Otfried seine Kindheit und Jugend. Mit neunzehn Jahren verließ er im Jahr 1942 seine Heimat. Doch bevor er an die Front ging, verlobte er sich noch mit seiner Freundin Annelies, die er erst nach vielen Jahren der Trennung heiraten konnte. Er kehrte erst mal nicht wieder hierher zurück, denn die Familie wurde im Jahr 1945 nach Deutschland deportiert.

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Wir beenden unseren Spaziergang durch die Orte, die mit dem Schriftsteller Otfried Preussler verbunden sind, wieder dort, wo wir so zu sagen begonnen haben und zwar in der Bibliothek von Liberec. Wir verabschieden uns von unserer hilfsbereiten Führerin Frantiska. Doch noch auf einen ausdrücklichen Wunsch von Marek lassen wir uns in die Bibliothek einladen.

Von Preusslers reichem literarischen Werk sind in Böhmen vor allem die Märchen „Die kleine Hexe, Der kleine Wassermann und Der Räuber Hotzenplotz“ bekannt. Die Geschichten kennen die Kinder auch aus der Zeichentrickserie TV Evening Star von Zdeněk Smetana.

Seit den 1960er Jahren kehrte Preussler häufig an die Orte seiner Jugend in Liberec zurück und unternahm Reisen ins Iser- und Lausitzer Gebirge, sowie ins Riesengebirge. Deshalb stammen einige der Themen und Handlungen seiner Bücher aus der Region von Liberec.
Zum Beispiel „ Der Engel mit der Pudelmütze, Die Flucht nach Ägypten oder Mein Rübezahlbuch.“ Das Buch wurde in tschechischer Sprache unter dem Titel „ Der Zauberlehrling“ veröffentlicht.
Auf der Grundlage von Preusslers Roman drehten deutsche Filmemacher den erfolgreichen Spielfilm Krabat.

Um hier den berühmten Landsmann nicht ganz zu vergessen, wurde eine Initiative ins Leben gerufen und wir haben eine Gedenktafel am Wohnhaus von Otfried Preussler in der Čapkova-Straße 12 angebracht.

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